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Yasa - Kurdisches Zentrum für Juristische 
Studien & Beratungen

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Minderheiten-Forum der Vereinten Nationen

Bonn/Genf Vom 26.11.-27.11.2013 fand im Vereinten Nationen in Genf (UNOG) das Forum für Minderheiten statt. Entsprechend der Resolutionen des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen von 2007 wurde das Forum für Minderheiten eingerichtet, um den Dialog hinsichtlich von Themen, die ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten betreffen, zu fördern.

In diesem Rahmen sollen Problemfelder identifiziert und mögliche Lösungsansätze diskutiert werden, die in die Deklaration über die Minderheitenrechte der Vereinten Nationen von 1992 einfließen sollen. Am Forum nehmen Vertreter von Staaten, der Vereinten Nationen, zwischenstaatlicher Organisationen, regionaler Organisationen und Nichtregierungs-Organisationen teil. Ferner sind Akademiker, Experten und Gruppen, die Minderheiten vertreten, anwesend.

Die jährlich stattfindende Veranstaltung steht jeweils unter einem speziellen Leitthema. In diesem Jahr standen die religiösen Minderheiten im Zentrum des Interesses. Wie bereits in den vergangenen Jahren auch, nahm eine Delegation des Kurdischen Zentrums für Juristische Studien und Beratungen (YASA e.V.) an der Veranstaltung teil. Diese setzte sich aus den YASA-Mitgliedern Janda Binbash, Vindar Sido, Robar Ibish und Juan Miro zusammen. Die Abordnung nutzte das Forum, um auf die prekäre Lage der Yeziden in Syrien aufmerksam zu machen.

Wie YASA e.V. berichtete garantiere die syrische Verfassung die Religionsfreiheit. Allerdings werden religiöse Minderheiten in Syrien diskriminiert. Mit am schlimmsten unterdrückt werden die Yezidy. Da sie ethnisch zu den Kurden zählen sind sie in zweifacher Weise betroffen- als ethnische und religiöse Minderheit.

Die Yezidy werden von der islamischen Mehrheit unterdrückt, weil ihre Religion keine Buchreligion ist. Da die Yezidy Malek Tauus als die rechte Hand Gottes verehren, werden sie fälschlicherweise als Teufelsanbeter diffamiert. Verbrechen gegen die yezidische Minderheit gelten daher als religiös gerechtfertigt.

Seit der Machtübernahme der Baath Partei in Syrien leiden die Yezidy besonders stark unter der rassistischen Politik des Regimes. Zahllose yezidische Bauern und Landbesitzer wurden entschädigungslos enteignet. Ihre Ländereien wurden landlosen arabischen Siedlern überlassen. Zudem wurden die kurdischen Regionen gezielt vom Staat vernachlässigt. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass viele Yeziden ins Ausland geflüchtet sind.

YASA e.V. machte auf die besonders schlimme Lage der Staatenlosen Yeziden aufmerksam, denen infolge der Sondervolkszählung von 1963 die Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Der Besitz Staatsbürgerschaft garantiert wichtige Rechte, wie etwa den Zugang zu Bildung und dem Gesundheitssystem, das Recht darauf Eigentum zu erwerben und das Wahlrecht.

Der Sprecher von YASA e.V., Vindar Sido, wies darauf hin, dass die Lage der Yeziden in Syrien sich mit Ausbruch des Bürgerkrieges drastisch verschlimmert habe.

Verschiedenste extremistische Gruppen kämpfen in Syrien mit dem erklärten Ziel, aus dem Land einen islamischen Staat zu machen der auf der Scharia gründet. Es gebe bereits Berichte von Übergriffen, Mord und Vertreibung. Die Weltgemeinschaft müsse Druck auf Staaten wie die Türkei, Saudi Arabien, Katar und andere arabische Golfstaaten ausüben, damit diese die Unterstützung für die in Syrien kämpfenden Extremisten einstellen.

Kurdisches Zentrum für Studien und  juristische Beratungen – YASA e.V.